Living Dead Dolls
Was ist das nur, das Puppen so gruselig macht?
Eigentlich sind sie als Kinderspielzeug gedacht, zur Belustigung eines Publikums oder um daran Kleider auszustellen. Aber egal ob als Kinderspielzeug, als Bauchredner- oder als Schaufensterpuppe – es ist leicht, sie in einen Kontext zu stellen, in dem diese Figuren mit ihren erstarrten menschlichen Gesichtern einem eine Gänsehaut verpassen.
Was kommt also wohl heraus, wenn man herkömmliche Puppen nimmt und sie mit einer ordentlichen Prise Gothic versieht? Ganz einfach: Die Living Dead Dolls.
Angefangen hat alles 1998 in den USA, wo zwei junge Männer anfingen, handelsübliche Puppen auf Horrorfilm-artige Weise zu verunstalten und in kleinen Serien zu verkaufen (seit 2001 maschinell gefertigt und daher in etwas größerer Stückzahl). Stilecht werden sie in Särgen geliefert, ausgestattet mit Sterbeurkunde und einem Gedicht in denen Todesursache und Grund für ihr Zurückkehren als Untoter erklärt werden.
Da gibt es etwa die kleine Posey in ihrem Leichenhemd, die lebendig begraben wurde und darüber nun ziemlich verärgert ist; die niedliche Lottie mit Mäntelchen und Sonnenschirm, die Aspirin für Süßigkeiten hielt und ein Pfund davon verdrückte; oder die kleine Hush, die beim Rattenfüttern in der Kanalisation gestolpert und ertrunken ist (und die daher natürlich nicht nur eine eher unangenehme Hautfarbe hat sondern auch mit einer Ratte geliefert wird).
Wo Barbie mit rosa Hüten und niedlichen Hündchen geliefert wird, sind es hier natürlich angemessene Utensilien. Die kleine Tragedy z.B. war zu Lebzeiten Goth und trägt noch immer ihre sargförmige Handtasche mit sich herum, andere Puppen kommen mit herausgerissenen Herzen, Küchenmessern, Zwangsjacken, Trauerkränzen, Zylindern oder Pentagramm-Anhängern.
Eine speziellere Serie widmete sich personifizierten Todsünden, andere Specials umfassen Sondermodelle wie Edward mit den Scherenhänden, Beetlejuice, düstere Versionen von vier Alice-im-Wunderland-Charakteren oder sogar Edgar Allan Poe persönlich (inklusive Annabell Lee und teils auch dem Raben).
Wer also wie ich einen (äußerst!) morbiden Humor hat und soetwas niedlich finden kann, der wird sicherlich irgendwo DIE Puppe finden, die er sich auch selbst ins Regal setzen würde.
Schade ist daran nur, dass die einzelnen Serien immer sehr geringe Auflagen haben (teils nur 1500), sodass die Living Dead Dolls schnell richtige Sammlerobjekte geworden sind, zu denen eigene Fan-Seiten existieren, auf denen jeder Sammler seine Kollektion vorstellen und nach ihm noch fehlenden Modellen suchen kann.
Eine reichlich bizarre Sammelleidenschaft, garkeine Frage, aber mich persönlich spricht diese Art von düsterer Niedlichkeit absolut an, und vielleicht kann ich ja den einen oder anderen mit meinem Interesse anstecken ![]()
Achja, wenn jemand weiß, wo ich die schwarze “Alice im Wunderland” allein (ohne die anderen drei Puppen im Set) bekommen kann, der darf mir gerne einen Hinweis hinterlassen
Quelle:
LivingDeadDolls.com








Ich sammle zufällig diese kleinen Untoten. Habe mittlerweile 27 und 2 Minis
, wo ich auch eine kleine Fangruppe eröffnet hatte…
Meine Sammlung kann man auf meiner StudiVZ-Seite bewundern
Ein Video in Stop-Motion-Technik kann man auf Facebook und You Tube finden
Sie machen schon ziemlich viel Freude
[...] Living Dead Dolls Karnstein spielt mit Puppen, könnte man meinen. Jedenfalls berichtet er in einem erklärenden Artikel über die Living Dead Dolls, bei denen es sich entgegen meiner ursprünglichen Annahme nicht um eine neue Band handelt sondern um Horror-Puppen, die sich teilweise an historische oder filmische Vorlagen orientiert und so durchaus ein Stückchen Creepyness in die eigenen vier Wände bringen können. Mich erinnert das ganze eher an Chucky die Mörderpuppe, mit der ich 1988 meine ersten Erfahrung in Sachen Puppenmord sammeln konnte. Einer gewissen Affinität zu „düsterer Niedlichkeit” wie Karnstein sie treffend nannte kann ich mich jedoch entziehen. [...]