Graf Duckula
Manchmal frage ich mich wie es überhaupt letztendlich zu meinem “düsteren” Lebensweg gekommen ist. Schließlich steht ein solches Ästhetik- und Kunst-Empfinden nicht einfach von heute auf morgen im Raum. Natürlich weiß ich etwa wie lange ich schon bewusst schwarz trage und wann ich angefangen habe Lovecraft zu lesen, ich erinnere mich wann ich das erste mal in einem schwarzen Club war und ab welchem Punkt die Leute auf einmal angefangen haben mich einen Gothic zu nennen (die lackierten Fingernägel waren es – nicht Kleidung oder Musik).
Aber manchmal tauchen plötzlich kleine Puzzle-Teilchen aus dem Dunkel der Vergangenheit auf, die mir schon längst entfallen waren und die den Beginn meiner Orientierung in Richtung des dezent Düsteren einige Jahre in die Vergangenheit zu platzieren scheinen.
Eines dieser Puzzle-Teilchen, das mich augenblicklich in nostalgischen Kindheitserinnerungen schwelgen ließ ist mein Wiederentdecken der fast völlig in den Untiefen meiner Erinnerung versunkenen Zeichentrickserie Graf Duckula.
Was habe ich diese Sendung als Kind geliebt…
Meine Mutter konnte gut stricken und so verbrachte ich einen großen Teil meiner Grundschulzeit in handgemachten Pullovern mit immer meinem Geschmack angepassten Motiven. Und mindestens einer von ihnen trug das Konterfei der grünen Vampir-Ente, worauf ich mächtig stolz war.
Natürlich verstand ich damals einen guten Teil des Humors garnicht so recht, aber ich fand es doch einfach toll, dass es da eine Ente gab die zwar aussah wie von Disney, die aber mitnichten in Entenhausen lebte sondern auf ihrem eigenen Spukschloss in Transsylvanien, zusammen mit Buttler Igor (der über den friedliebenden, vegetarischen Lebensstil des Grafen immer sehr unglücklich war), Haushälterin Emma (neben der jedes Glühwürmchen eine helle Leuchte darstellte) und einer Kuckucksuhr, die statt eines Kuckucks zwei nervtötende Vampirfledermäuse enthielt.
Duckula (übrigens sehr passend vertont von Ilja Richter, der einem jüngeren Publikum eher als Stimme von Disneys Timon bekannt sein dürfte) reiste mit seinem magischen Schloss durch die Weltgeschichte, immer verfolgt vom sächselnden Vampirjäger Von Gänseklein (Jochen Busse), der irgendwie nie ganz verstanden hat, dass vom Grafen keine Gefahr ausging. Die anderen auftauchenden Charaktere waren meist nicht minder schräg (wie z.B. Bösewicht “Das Ei”, bei dem nomen est omen absolut zutrifft), ebenso manche groteske Storyline, aber dennoch (oder gerade deshalb) fand ich das alles ungemein fesselnd.
Warum die britische Sendung (die ursprünglich mal ein Spin-Off der ebenfalls eher unbekannten Sendung “Danger Mouse” darstellte) relativ wenig Beachtung fand weiß ich nicht, doch mit Disney konnte sie wohl einfach nie konkurrieren. Auf immer 65 Episoden kam sie trotzdem, bevor sie eingestellt wurde.
Bei mir jedenfalls hat sie einen bleibenden Eindruck hinterlassen, habe ich mich doch so schon sehr früh auf spielerische Weise für Vampire begeistern können. Außerdem zitiere ich bis heute gern die dämlichen Sprüche der Fledermaus-Uhr
Quelle:
Mysticmedusa.com





[...] an denen man schon sehr früh einen leichten Hang zum eher Düsteren hat festmachen können. Mit Graf Duckula etwa drehte sich schon eine meiner frühesten Lieblingssendungen um einen Vampir und auch auf [...]