Spotlight: N.U.C.

Geschrieben von Karnstein am 11. Februar 2010 in Spotlight |

In der Rubrik Spotlight möchte ich in Zukunft Bands vorstellen und beleuchten, die irgendwie noch nicht so recht den Sprung zu größerer Szenebekanntheit geschafft haben – völlig ungerechtfertigter Weise, wie ich finde.

Den Beginn möchte ich machen mit einer dreiköpfigen Formation aus Bremen, die zwar bereits auf Samplern erschienen sind, sich eine beachtliche Platzierung beim Local Heroes Bandcontests erspielt haben und auch schon auf dem WGT aufgetreten sind, die ich aber dennoch leider noch nie in einem Club gehört habe… nämlich N.U.C. aus Bremen (die das Geheimnis hinter ihrem Namen wie den Gral hüten).

Ganz bescheiden klang Bassist Sunny in einem Internetforum, als in einem Thread gefragt wurde, wer denn selbst auch Musik mache. Ein Link und ein „schau doch mal, wenn du Lust hast“, und wenige Klicks später bin ich ein Fan. Er umreißt ihre Musik als Goth-Rock mit viel Synths und 80er-Feeling, was ihr Werk in meinen Augen auch recht treffend umschreibt (zwar würde man sie klanglich nicht sofort in die 80er einstufen, aber ich denke sie sehen sich schon zu Recht in dieser Tradition).

2005 von Sunny und Sänger/Gitarrist Sipo gegründet, nahm die Band bereits zwei Monate später mit Keyboarder Teddy und einem Drumcomputer in Eigenproduktion die erste Single Erwache auf, die sehr repräsentativ für ihr ganzes späteres Schaffen ist. Moderne aber nicht zu technoid klingende, recht atmosphärische Synthesizer mit schlichten Gitarrenriffs und ein Text, der vor melancholischem Pathos nur so strotzt – zwar nicht so sehr wie ein Machwerk von Chris Pohl, aber stellenweise vielleicht doch etwas zu dick aufgetragen, aber das ist natürlich Geschmackssache.
Liebe und Tod sind das Thema, das auch in den beiden weiteren Songs des Kleintonträgers aufgegriffen wird – dann noch ein härter Clubmix sowie eine Pianoversion des Titelsongs, und fertig ist ein Erstlingswerk, das sich sehen lassen kann.

2007 folgte mit Schattentanz das erste Album, auf dem die drei bereits bekannten Songs (nicht aber die Remixe) nebst sieben neuen Liedern zu finden sind, und 2008 legten sie direkt das zweite, recht abwechslungsreiche Album namens Metamorph nach, das bei mir immer wieder mal gerne im CD-Player landet.
Mein Reinhörtipp ist hier besonders Der Tod steht dir gut, was mir besonders durch seine leicht morbiden Kirchenorgeln gefällt. Zwar ist der Text wieder ein sehr ähnliches Schema, doch hier nach meinem Dafürhalten deutlich schöner durch die Augen eines recht klassisch anmutenden wahnsinnigen Gothic villains beschrieben, der seine Liebste tötet um mit ihr zusammen sein zu können.
Poppig-düdelig-elektronisch mit leichtherzigem Text geht es bei Let’s Dance zu, wohingegen Lost in Time nach einem synthetisch-symphonischen Intro recht metallisch anmutende Riffs bereit hält und in einem sehr netten modernen Gothic-Song der etwas härteren und treibenderen Gangart endet. Bei Es regnet Blut haben wir es schließlich mit einem sehr experimentellen Song zu tun, bei dem vor allem tiefes Piano mit einem teils aus Explosionsgeräuschen bestehenden Beat kombiniert wird. Sicherlich nicht jedermanns Sache aber auf jeden Fall interessant.

Auf ihrer Webseite bieten die Jungs netterweise jeden ihrer Songs zum kostenlosen Download an. Ihr erstes Album zwar nur in Previews (weshalb es auch von mir oben unbeschrieben blieb), doch alles andere in voller CD-Qualität und völlig legal.

Bilder und Infos:
NUC-Music.de
Myspace
LabelLos.de

Schlagwörter: , , , ,

Ein Kommentar

  • Flauers sagt:

    Hachja!
    Die Jungs hab ich irgendwo in Cuxhaven mal gesehen und gehört … und war sofort begeistert!
    Die Mischung aus recht harter Gitarre und tanzbarem Synthesizer hab ich so noch nicht erlebt. Seitdem Abend stehen auch direkt zwei (Gratis-)Platten von den Jungs im Regal. Super! (:

Schreibe einen Kommentar

Copyright © 2017 Otranto-Archive Rechte vorbehalten.
Desk Mess Mirrored v1.4.1 Theme von BuyNowShop.com.

QR Code Business Card