Ohrwurmalarm: Psyche – Misery
Ohrwürmer – jeder kennt diese gemeinen kleinen Viecher, die sich einem ins Ohr schleichen und sich dort manchmal für Tage festsetzen. Das gemeine an ihnen ist, dass sich einem viel zu oft ausgerechnet die Lieder ins Gedächtnis brennen, die man eigentlich garnicht mag – nervige Jingles oder dämliche Schlager- und Pop-Songs, die man in der Fernsehwerbung, bei der Berieselung im Supermarkt oder sonstwo gehört hat.
Manchmal kommt es allerdings auch mal vor, dass man richtig tolle Songs einfach nicht mehr los wird und das entsprechend auch garnicht schlimm findet – bei mir ist das in den letzen Jahren angenehm häufig der Fall.
Und daher möchte ich nun mit Ohrwurmalarm eine neue Rubrik ins Leben rufen, in der ich einfach meinen aktuellen angenehmen Ohrwurm vorstelle – natürlich stets mit Hörbeispiel, sowie auch mit allen interessanten Infos, die ich darüber so habe in Erfahrung bringen können.
Ich hoffe, dass ich damit dem einen oder anderen vielleicht eine interessante Band oder ein schönes Lieder näher bringen kann und im Idealfall vielleicht sogar selbst einen angenehmen Ohrwurm vermittle
Wenn es bei mir einen Song gibt, der mir schon seit Wochen und Monaten mehr oder weniger permanent durch den Kopf spukt, dann ist das Misery von Psyche.
Der Mann hinter dem Song ist der Kanadier Darrin Huss und er war bereits seit sieben Jahren als Psyche mit schwarz-elektronischer Musik tätig, als er 1989 (nach dem krankheitsbedingten Ausstieg seines Bruders) zusammen mit David Kristian das Album The Influence veröffentlichte, das als Wegbereiter für ein Revival von Gothic-Stimmung in elektronischer Musik gilt. Zwar wurde keine Single ausgekoppelt, doch der erfolgreichste Song war ohne Zweifel Misery, für den auch eigens ein Musikvideo in Hannover gedreht wurde, wo Darrin damals wohnte.
Das Video ist zwar nichts besonderes, aber den Song finde ich einfach grandios. Minimalistisch-düdelige Synthpop-Elemente (ausschließlich auf einem Casio FZ1) mit einer gefühlvollen Gesangsstimme vermischen sich zu einem melancholischen Darkwave-Klassiker und haben sich direkt in mein Langzeitgedächtnis gefressen – ein definitiver Reinhör-Tipp für alle, die den Song nicht kennen.





Musikalisch wirklich top, aber den Gesang finde ich grauenvoll. Ein tragisches Phänomen: Nicht selten liefern Bands aus dem Gothic-Genre geniale Songs ab, die aber dann vom Gesang regelrecht verunstaltet werden… Schade. Sehr schade.
Ja, es hat mich erwischt. Bisher war mir nur das Stück “Unveiling the Secret” (Video) von einem Zwischenfall Sampler bekannt. Aber Misery hat wieder etwas und hat sich, wie von Dir angekündigt in meine Gehörgänge gebohrt. Auch Deine Idee der Ohrwurm-Rubrik finde ich sehr gut und freue mich schon auf weitere kleine Krabbler.
@Paramantus:
Objektiv kann ich jetzt nicht viel am Gesang des Herrn Huss aussetzen, aber ob es einem subjektiv gefällt ist da natürlich eine ganz andere Frage. Ich z.B. empfinde den Gesang als leidenschaftlich und melancholisch… ^^
@Robert:
Ich habe das Gefühl, dass die Rubrik noch einige Beiträge bekommen wird ^^
Schön, dass dir Song und Rubrik gefallen
Wow meine drei Lieblingsblogger in einem Artikel
Zum Song:
Also mir gefällt sowohl Musik, als auch der Gesang und es hat zweifellos Ohrwurm Charakter
Da ich außer mir nur zwei zähle fühle ich mich jetzt mal sehr geschmeichelt ^^
Mitlerweile habe ich mir auch schon einiges anderes von Psyche angehört, aber Misery bleibt mein Favorit.
Ich wollte noch ergänzen das dein Konzept “Ohrwurm” aufgegangen ist. Das entsprechende Album “Unveiling the Secret” läuft gerade rauf und runter