Gothic Friday – Symbole und Sinnbilder

Geschrieben von Karnstein am 22. Juli 2011 in Gothic Friday |

Thema Symbole und Sinnbilder… Heieiei, da haben Robert und Shan diesen Monat im Gothic Friday wieder zielgenau einen meiner Nerven getroffen…

Zeichen, Symbole, Logos, Pikto- und Ideogramme waren schon lange mein Hobby, bevor ich mich bewusst einer schwärzeren Lebensführung zugewandt habe.
Ich erinnere mich etwa wie ich als 13-jähriger, mit dem dunklen Allerlei liebäugelnder Nachwuchs-Punk die Lexika durchstöberte um die Bedeutung und Herkunft des Pentagrammes herauszufinden.

Kaum verwunderlich also dass ich mich spätestens seit meiner endgültigen Schwarzwerdung gerne mit allerlei Symbolen geschmückt habe. Denn sind wir mal ehrlich: Es gibt kaum etwas, das schon seit jeher so gothic ist wie archaische und spirituelle Symbole und Sinnbilder – man betrachte nur einmal den fremdartig, altmodisch und düster umzeichneten Katholizismus in all seiner Symbolgewaltigkeit, wie er sich oft in den Gothic Novels (protestantischer) englischer Autoren darstellt.
Ebenso gothic ist es allerdings sicherlich keine wirkliche Ahnung von den Details zu haben und nur an einer spannend erscheinenden Oberfläche zu kratzen, doch für diesen Artikel ist es natürlich glücklicherweise nicht wünschenswert es bei solchen Betrachtungen bewenden zu lassen.

Das Pentagramm ist sicherlich das populärste Symbol unter Gruftis.
Genau genommen ist es derartig populär und plakativ, dass ich meist davor zurückschrecke mich selbst damit zu schmücken, wo doch leider klar ist, dass der größte Teil der Menschheit hier nur über ein nervtötendes Halbwissen verfügt mit dem ich mich nicht abgespeist wissen möchte.
Viele Normalos stellen sich noch immer etwas satanisches oder dämonisches darunter vor, die meisten Gruftis halten dem entgegen, es sei ein Schutzsymbol, andere verweisen (Dan Brown sei Dank) auf die griechische Venus und die Wiccas erzählen einem vermutlich etwas von einer (fiktiven) Muttergöttin an die vor ihnen kein „Heide“ je geglaubt hat.

Penta- und Hexagramm an der Marktkirche, Hannover

Penta- und Hexagramm an der Marktkirche, Hannover

Ernsthafte Recherche zeigt natürlich sehr schnell, dass eigentlich nichts davon wirklich falsch ist (auch nicht das satanisch/dämonische), und dass es eigentlich nur darauf ankommt, welche Menschen es wann für welche Zwecke benutzt haben – dass DAS Pentragramm als Abstraktum eigentlich die Summe all dessen ist.
Unter diesem Aspekt trage auch ich es letztlich dann doch manchmal ganz gern:
Es ist ein spirituelles Symbol, mit dem seine Träger immer etwas für sie positives asoziiert haben – außerdem sieht es verflucht cool aus 😉
Man sollte sich allerdings dessen bewusst sein, dass man unweigerlich von 80% der Menschen denen man begegnet in eine falsche Schublade gesteckt wird.

Letzteres ist widerum auch genau das, was eines meiner Lieblingssymbole so interessant wie auch umstritten und gefährlich macht. Die Rede ist von der Swastika, zu deutsch: Hakenkreuz.

Hakenkreuzförmiger Flaschenöffner aus den 1920ern

Hakenkreuzförmiger Flaschenöffner aus den 1920ern

Zu allen Zeiten haben sämtliche Völker die dieses oder verwandte Symbole benutzten durchweg positive Aspekte damit verbunden, nicht selten waren Hakenkreuze spirituelle Symbole und wurden mit verehrten Gottheiten asoziiert.
Offen tragen kann man es heute allerdings natürlich eben nicht mehr, weil einen verständlicherweise der überwältigend große Teil der Menschen in eine gänzlich falsche Schublade stecken wird, die bedauerlicherweise vor etwa 80 Jahren geöffnet und bis heute nicht ganz geschlossen wurde.

Mir persönlich ist es ein Anliegen das Symbol durch Aufklärung vielleicht wieder ein ganz kleines Stück reinzuwaschen, weil ich es eine Schande finde, dass ein vielen vielen Menschen noch heute wirklich heiliges Symbol von nichtmal 20 Jahren deutscher Geschichte für alle Ewigkeit ruiniert worden sein soll.

Karnstein'sche Triskele

Karnstein'sche Triskele

Daher möchte ich die Gelegenheit nutzen und allen Interessierten etwa Swastika-Info ans Herz zu legen, wo Belege für strikt nicht-nationalsozialistische Hakenkreuze gesammelt werden, geordnet nach Zeit und Region.

In seiner Funktion als Sonnenrad (> Lebenssymbol) jedoch ist die vierfüßige Form natürlich so gut wie jede andere, und so empfinde ich für die drei- und fünffüßigen Formen (das Tri– und das Penta-Skelion) eine ebensolche Faszination, und da diese nicht politisch verdorben wurden trage ich oft eine solche Triskele um den Hals, und eine andere (selbst entworfene) stets in der Haut.

Und wo wir gerade bei umstrittenen Symbolen sind:
Umgedrehte Kruzifixe, muss man sie nicht lieben? :) Irgendwann kam mal irgendwer auf die Idee, das man die Werte eines Symbols in sein Gegenteil verkehrt, wenn man auch das Symbol an sich umdreht. Und so wird ein solches Passionskreuz schnell zu einem satanistischen Symbol. Oder etwa nicht?

Papst Johannes Paul II. in Israel vor "Satanskreuz"

Papst Johannes Paul II. in Israel vor "Satanskreuz"

Nöö, kein Stück. Ein umgedrehtes Kruzifix ist ein Petruskreuz, da die christliche Tradition besagt der heilige Peter habe sich kopfüber kreuzigen lassen, er habe sich nicht würdig empfunden auf die gleiche Weise zu sterben wie sein Messias.

Nicht sehr satanisch, was?
Aber der Glaube daran hält sich weiter in den Köpfen der Menschen, und so ist es mir eine Freude (wenn ich gerade mal etwas provokativer drauf bin) mir ein solches Kreuz um den Hals zu hängen. Allerdings stets nur in Kombination mit einem Rosenkranz (und somit einem herkömmlichen Kruzifix), damit die Leute vielleicht nicht nur Provokation wahrnehmen sondern zumindest mal ins Grübeln kommen.

Wenn ich gerade eh schon so vollgehängt bin füge ich dem ganzen auch gerne noch ein Hexagramm hinzu, landläufig bekannt als Judenstern (oder etwas eleganter: Davidstern), um die Verwirrung perfekt zu machen (siehe Marktkirche oben).
Ein Ankh trage ich ohnehin immer (wobei ich da gestehen muss, dass ich mir nicht sicher bin, ob die gängige Interpretation als Symbol für Leben und Unsterblickeit wirklich gesichert ist) und zusammenfassend muss ich wohl sagen, dass das Tragen von Symbolen für mich (neben dem offensichtlichen schmückenden Charakter) hauptsächlich Ausdruck meiner persönlichen Spiritualität ist, die ich an keine religiösen Dogmen binden möchte, die aber vom Auseinandersetzen mit den verschiedensten religiösen und philosophischen Richtungen geprägt ist.
Daher schmücke ich mich gerne mit einem Konglomerat von unterschiedlichen spirituellen Symbolen, die für unterschiedliche Menschen zu unterschiedlichen Zeiten Ausdruck ihrer Weltanschauung waren und sind.

(Das gezeigte Hakenkreuz ist Teil einer wissenschaftlichen/aufklärerischen Berichterstattung im Sinne des § 86, Abs. 1,3 StGB.)

9 Kommentare

  • Melle Noire sagt:

    Hi!

    Eines kann man schonmal sagen:
    Dieser GF ist extrem interessant und lehrreich!
    Wunderschöner Artikel! :)

    Ich bin ja eher jemand, der sich bisher nur
    leidlich mit Symbolen beschäftigt hat –
    einfach weil mir das persönlich nie übermäßig
    wichtig war. Lediglich die umgedrehten Kreuze
    trug ich eine Zeit lang als Protestsymbol gegen das
    Christentum und die Kirche. Inzwischen sehen
    die Dinger kaum noch Sonne *g*

    Dunkle Grüße :)
    Melle

  • Schatten sagt:

    Sehr schön geschrieben, dein Artikel und außerdem recht informativ, auch wenn ich das meiste aus eigenen Recherchen schon wusste 😉
    Einziger klitzkleiner Makel, korrekterweise heißt es der Swastika 😉

  • Karnstein sagt:

    @Melle: Vielen Dank :) Wichtig ist das an sich sicherlich auch nicht – es interessiert mich persönlich nur einfach, und wie bei fast allem was mich interessiert ist der praktische Nutzen recht gering 😉
    @Schatten: Oh, da hast du wohl recht, Schatten. Im deutschen Gebrauch hat sich zwar „die Swastika“ eingebürgert, aber im Sanskrit hat es wohl wirklich männliches grammatisches Geschlecht… Dankeschön :)

  • stoffel sagt:

    Ein sehr schöner und aufklärender Bericht, danke Dir dafür :)

    Ich habe das Swastika-Symbol mehrfach als Balkonumrandungen in Mumbai gesehen und konnte damals nicht soviel damit anfangen, außer eben die Bedeutung aus der dt. Geschichte. Ebenfalls Danke für den Link :)

  • Che sagt:

    Zum Thema: Papst Johannes Paul II. in Israel vor „Satanskreuz“

    Ich denke schon das es sich bei diesem Kreuz um Satanismus handelt.

    Also erstmal ist die katholische Religion anhand ihrer taten, die gefährlichste und satanischste überhaupt. Wie wir auch wissen war Jesus gegen das Böse-gegen die Religion und Geld.
    Es ist mittlerweile auch bekannt, dass die Urchristen an die Wiedergeburt (Buddhismus) glaubten und somit keine Religion verfolgten, sondern eine Lebensphilosophie. Nach dem das Christentum verstaatlicht und der wiedergeburtsglaube verboten war (Konzil von Nicäa und Konstantinopel), wurden viele aufständischen Christen(sozusagen die 1.Hippies) umgebracht. Dank diesem staatlichen-satanischen Christentum wurde dann nach und nach alles Gute(Alchemisten, Buddhisten, Freidenker, Visionäre…) und sinnvolle auf dieser Erde zerstört. Das Resultat ist, dass sie uns heutzutage mit Abgasen, Radioaktivität und Pestizide vergiften, obwohl schon für alles eine Lösung (z.B. Teslas freie Energie) da ist. Natürliche Medizin für Krebs haben wir ebenso.
    Das Christliche Kreuz mit dem leidenden Jesus, ist das Symbol des Sieges Satans über Jesus. Ich kann mir jedes Folterwerkzeug als Gedenk/Mahnsymbol vorstellen, aber nicht im Zusammenhang mit einem toten Körper!
    Und deswegen glaube ich, dass dieses Kreuz auf dem Kopf absichtlich auf dem Papststuhl ist, weil diese Wesen nichts mehr hassen wie Freidenker (was Jesus war), die deren Macht (Zinssystem/Religion) auf Erden zerstören wollen, für eine bessere Welt.

  • Karnstein sagt:

    Wwwow… meine Güte, ich bin nun absolut kein Freund der Kirche als Institution, und bin auch selbst kein gläubiger Christ (obwohl das ein völlig anderes Thema wäre), aber bei diesem Sammelsurium muss ich mal ein paar Punkte anführen:
    1.) müssten wir definieren was „Satanismus“ ist – Teufelsanbetung, LaVey’sche Philosophie oder was auch immer. So oder so: Auf die katholische Kirche trifft nichts davon zu. Mir ist klar dass du eigentlich nur sagen willst: Kirche = böse, aber von „staatlich-satanischem Christentum“ zu reden erscheint mir etwas… populistisch…
    2.) Natürlich war Jesus gegen das Böse. JEDER ist gegen das Böse, es ist nur eine Frage der Perspektive. Ich denke nicht dass ein Satanist sich als „böse“ betrachtet.
    3.) Inwiefern war Jesus gegen Religion? Nach meinem Verständnis war er (wenn es ihn denn gab) ein gläubiger und aktiver Rabbiner…
    4.) Welche Quellen hast du zu der Reinkarnationsthese? Und warum kann es sich bei einer reinkarnationsgläubigen Gruppierung nicht um eine Religion handeln? Nur weil Buddhisten sich nicht als eine solche sehen?
    5.) Die Christenheit war vor Nicäa gespalten und sie blieb es auch danach. Aber vom Mord an „Aufständischen“ weiß ich gerade nichts…
    6.) „Die Kirche“ hat nicht per se etwas gegen Alchimie gehabt oder sie gar „zerstört“. Die Alchimie wurde nie zerstört – sie ist lediglich in der modernen Naturwissenschaft aufgegangen und die meisten bekannten Alchimisten waren selbst Christen (Nicolas Flamel, Paracelsus, John Dee,…).
    7.) Freidenker und Visionäre zu verfolgen und zu töten ist sicherlich der beliebteste Vorwurf an die katholische Kirche, der sicherlich auch nicht so ohne weiteres außer Kraft gesetzt werden kann. Es ist aber arg pauschal und dünn das so im Raum stehen zu lassen. Vermutlich denkst du an Dinge wie Hexenverbrennung und Gallilei, aber auch da stehen gemeinhin einige Fehlannahmen im Raum.
    8.) Wann und wo hat die katholische Kirche Buddhisten verfolgt?
    9.) Die katholische Kirche ist Schuld an Abgasen, Radioaktivität und Pestiziden?! Ich bitte dich! Wenn man pauschale Sündenböcke und Schreckgespenster sucht, dann versuch es mal lieber bei „der Wirtschaft“, Großkonzernen und Lobbyisten – das wäre etwas realistischer.
    10.) Ich bin kein Experte für „freie Energie“, aber die Tatsache dass das Thema kaum ein seriöser Wissenschaftler mit der Kneifzange anzufassen gewillt zu sein scheint und man online Informationen in aller erster Linie über Verschwörungstheoretiker, New-Age-Okkultisten und ähnliche Panikmacher findet lässt das ganze Thema nicht gerade im seriösesten Licht erstrahlen…
    11.) Natürliche Medizin für Krebs ist da? Wer zum Geier hätte ein Interesse daran das geheim zu halten?! Würde die Pharmaindustrie nicht im Gegenteil versuchen daraus ein Vermögen zu machen? Wer hätte ein Interesse daran Menschen sterben zu lassen? Die katholische Kirche?! Das ist nicht nur eine geschmacklose Verschwörungstheorie, sie ist auch noch komplett unlogisch!
    Und komm mir jetzt BITTE nicht mit alternativen Heilungsmethoden – ich habe einer Reikimeisterin die Hand gehalten als sie an Krebs gestorben ist…
    12.) Ich habe im Artikel erläutert was das umgedrehte Passionskreuz in der christlichen Symbolik bedeutet – unterm Strich: Gottesfurcht. Es waren schlecht informierte Laien die den Irrtum in die Welt gesetzt haben das Umdrehen des Kreuzes wäre symbolisch mit dem Umkehren christlicher Werte.
    Der Kirche jetzt im Umkehrschluss unterstellen zu wollen sie habe diese falsche Leseweise des Symbols nachträglich adoptiert und der Papst würde es zur Schau tragen um zu symbolisieren … ja was eigentlich? Um zu symbolisieren dass er Freidenker hasst? Was hat das denn mit dem Symbol dann überhaupt noch zu tun? Das ist einfach nur paranoider Bullshit der entweder komplett undurchdacht ist, oder aber komplett kaputt gedacht und in halbinformierter Paranoia erstickt.

  • Martinito sagt:

    Wuhahahahahaha! Flo, ich wusste ja schon immer, dass du ganz offenkundig von der weltweiten Verschwörung kommunistischer Juden-Nazis im Vatikan gekauft wurdest. Als nächstes willst du uns noch weismachen, dass Chemtrails nichts weiter als harmlose Kondensstreifen sind, obwohl es doch von wahren Freidenkern und Geisteskriegern eindeutig erwiesen ist, dass es sich um den Versuch der illuminatischen Kabalen unter dem Deckmantel der katholischen Kirche handelt, die Weltbevölkerung geistiger Kontrolle zu unterwerfen. Aber ich sage euch, es ist wirklich wahr…ich hab´s gestern selbst mit meiner Wünschelrute ausgependelt!

    Guten Nacht!
    Martinito

  • Noire Mari sagt:

    Ich finde diesen Artikel sehr gut, jedoch habe ich noch niemals ein Swastika getragen, da dies zu sehr belastet ist durch den Faschismus und seine menschenverachtenden Handlungsweisen. Selber trage ich entweder einen Ankh oder auch mal ein umgedrehtes Kreuz trug ich eine Zeit lang als Protestsymbol gegen das
    Amtschristentum. Jedoch nicht aus satanistischen Motiven, da ich totalitäre Religionen und Ideologien entschieden ablehne. Generell finde ich Symbole und deren Bedeutung sehr interessant.

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