Gothic Friday – Do it yourself

Geschrieben von Karnstein am 12. Mai 2011 in Gothic Friday |

Neuer Monat, neuer Gothic Friday! Diesmal lautet das Thema Do Goth Yourself! und wie der Name schon sagt: Die Kreativität und Bastelleidenschaft der Teilnehmer ist gefragt!

Als ich das neue Thema erfuhr war ich begeistert, doch diesmal weniger aus Sicht des Bloggers, als viel mehr aus der des Lesers, weiß ich doch, dass wir so kreative Menschen wie etwa die begnadete Schneiderin Rosa Chalybeia in unserer Mitte haben. Ich selbst habe allerdings damals mein Pulver mit der Chlorreiniger-Sache dann doch schon ziemlich verschossen, fürchte ich.

Nicht dass ich meine Klamotten von der Grufti-Stange kaufen würde – ich vermeide es mitlerweile wo es nur irgendwie geht den „alternativen“ Versandhäusern mein Geld für überteuerte Bondageklamotten, etc. in den Rachen zu stecken – aber mein bisschen Individualität bewahre ich mir doch in erster Linie dadurch, dass ich in völlig unschwarzem Kontext gekaufte Klamotten und Accessoires so kombiniere dass mein persönliches schwarzes Ding dabei heraus kommt.
Stretchjeans aus der Damenabteilung viel zu lauter Teenieläden, Brokatwesten aus einem Country-Western-Versand, stylische 60er-Stiefeletten aus den Deichmann-Sonderangeboten und Netzkram aus dem Karnevals-Bedarf. Handwerklich bin ich auch nicht begabt genug um eigenen Schmuck herzustellen und ob ich es jemals schaffen werde den mir seit Jahren vorschwebenden sargförmigen Kleiderschrank zu bauen steht auch in den Sternen.

Und während ich noch grüble fällt mir das T-Shirt ins Auge, an dem ich ja auch noch herum basteln wollte und frage mich warum mir vorher nicht der Gedanke gekommen ist, dass meine Umbastelaktionen mit Schere, Farbe, ein wenig Garn und Sicherheitsnadeln ja eigentlich schon völlig ins Konzept passen und ich einfach das aktuelle Projekt dokumentieren könnte.
Gesagt, getan – mein Thema diesen Monat lautet daher:

Ich bin der Schrecken der die Nacht durchflattert!

1- der Rohling

1- der Rohling

Mein Bruder wollte mir zum Geburtstag mit einem T-Shirt eine Freude machen auf dem Konterfei und Catchphrase eines meiner Kindheitshelden prangen – coole Sache so weit :)
Aber irgendwie lief beim Planen und Bestellen etwas schief, und so ist es nun ein quietschblaues T-Shirt (ganz so viel Farbe traue ich mich dann doch nicht) in Größe L (ich trage eher S oder Girlie-M) von dem Darkwing Duck in die Nacht hinausruft „I am the Terror that flaps in the Night!“ :)

Aber bekanntlichermaßen zählt der gute Wille 😉 und das Motiv finde ich auch einfach saustark, sodass das Ganze also einfach an meinen Stil angepasst wird.

Der wichtigste Schritt dabei ist natürlich die Farbe – aber das ist ja glücklicherweise kein großes Problem. Immerhin gibt es im Supermarkt meines Vertrauens Echtfarbe für etwa 7€, die auf bis zu 600g weißer Baumwolle auf einen Schlag für Schwärze sorgen soll. Jedoch ist das Shirt natürlich nicht weiß, und außerdem erinnere ich mich zu gut an die Aktion in der alle weißen T-Shirts die ich in meiner Zeit als Altenpfleger getragen habe schwarz werden sollten und heute in nettem Blaugrau erstrahlen. Also gehe ich auf Nummer sicher und gebe den ganzen Packungsinhalt (flüssige Farbe und Salz) in einen Putzeimer heißen Wassers und packe mein T-Shirt hinein.

2 - Paint it, black!

2 - Paint it, black!

Bei solchen Aktionen sollte man aber unbedingt beachten, dass man Gummihandschuhe trägt! Bei meiner letzten Färbeaktion trug ich keine und hatte zwei Tage lang schwarze Flossen… Kunststoffe werden aber nicht gefärbt, sodass die Handschuhe einem einen guten Schutz bieten, und sodass man sich auch keine Gedanken machen muss, dass das aufgedruckte Motiv mitgefärbt würde, immerhin ist es ja selbst im Prinzip eine Schicht farbigen Gummis.

Die Packungsbeilage sagt einem man solle es eine Stunde in der Flüssigkeit lassen und dabei häufiger mal den Stoff wenden und drehen. Aber da ich eh schon etwas übertreibe was die Farbmenge angeht kann ich auch hier direkt auf Nummer sicher gehen, denke ich mir, und lasse den Kram 3 – 4 Stunden einwirken, wende etwa stündlich. Immerhin soll es ja so schwarz wie meine finstere Gruftiseele werden – so ein Disney-Motiv ist auch eine ernste Sache!
(EDIT: Bei genauerer Betrachtung im Tageslicht ist es doch eher ein sehr dunkles Blau geworden – das sollte man im Hinterkopf behalten, nicht dass man nachher enttäuscht ist!)

Wie man gut sieht sind allerdings auch die Nähte offensichtlich aus einem Kunststoff, denn die sind nach wie vor so giftig blau wie eh und je. Doch die meisten davon wird man am Ende eh nicht sehen, denn so schwarz es jetzt auch ist, so viel zu groß ist es mir als normales T-Shirt noch immer und wird weiter vergruftet :)

3 - Hinaus in die Nacht

3 - Hinaus in die Nacht

Denn ich trage meine regulären T-Shirts zwar am liebsten eng, aber besonders (aber nicht ausschließlich) in Kombination mit Pluderhosen darf’s gerne auch mal fluffig 80er-Tunika-mäßig werden – dann aber ohne Ärmel und mit weiterem Halsausschnitt. Und schon greift der Punk in mir zur Schere :)

So wahnsinnig weit ist’s am Ende doch garnicht, ich glaube es ist in dem heißen Färbewasser etwas eingelaufen, sodass ich mich spontan dazu entschlossen habe es unten doch nicht direkt unter dem Schriftzug abzuschneiden sondern es lieber in die Hose zu stecken. Und ob weit oder nicht, ohne Ärmel gefällt es mir so oder so besser ^^

4? - Auf den Leib gezurrt

4? - Auf den Leib gezurrt

Vielleicht – aber auch wirklich nur vielleicht – werde ich irgendwann doch noch mal einen Versuch unternehmen das Ganze enger zu gestalten in dem ich es an der Seite auftrenne, etwas abschneide und die offenen Seiten dann mit einer Reihe Sicherheitsnadeln wieder schließe. Ähnlich wie ich es vor einer Weile schon mit einem Cure-Shirt gemacht habe…

Was meint ihr, liebe Gothic-Friday-Leser die ihr es bis hier durchgehalten habt – fluffig oder eng? Schreibt mir doch einfach kurz eure Meinung in einem Kommentar – Web 3.0, der geneigte Otranto-Leser kann an der Karnstein’schen Garderobe selbst mitwirken 😉

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17 Kommentare

  • Schatten sagt:

    Phantastisch 😀
    Gefällt mir sehr gut :)
    Das Cure Shirt habe ich auch, trag das auch gerne in Kombination mit Netz, allerdings hat meines ein unbeabsichtigtes Loch :(

  • shan_dark sagt:

    Sehr lustige Anleitung (Du schreibst einfach toll!) und die hat mir auch echt was gebracht, weil ich mich ans Färben nicht so ran traue. So genau und gut wie du es beschreibst klingt es aber halb so wild und dafür erfolgversprechend.

    Aber das Entenshirt 😉 ist toll geworden und zu deiner Frage: So riesig hinsichtlich „eng“ ist ja der Unterschied zwischen den beiden Shirts nicht. Ich find halt nur die Variante mit den Sicherheitsnadeln kultiger. Daher wäre das mein Favorit.

  • Karnstein sagt:

    Vielen Dank ihr zwei :)
    Freut mich wenn dir meine Ausführungen etwas Mut zum Färben gemacht haben – ist wirklich kein großer Akt. Ich habe es jedenfalls noch nie mit der Waschmaschine versucht, da hätte ich das Gefühl es nicht so kontrollieren zu können. Also heißes Wasser und ein Putzeimer – das sollte reichen.
    Aaaaber… wie ja schon vermutet ist das T-Shirt wirklich reichlich eingelaufen wie jetzt offensichtlich wurde nachdem ich die beiden Photos von oben übereinandergelegt und dabei darauf geachtet habe dass das Motiv gleich groß und an der selben Stelle ist. Es ist nicht nennenswert kürzer geworden, hat dafür aber doch deutlich an Umfang verloren, aber seht selbst:
    http://i101.photobucket.com/albums/m56/Moringauro/t-shirt.gif
    Mir soll’s in diesem Falle nur sehr recht sein, aber vielleicht sollte man darauf ein Auge haben und nicht unbedingt das heißeste Wasser aus der Leitung nehmen in das man gerade noch sein Finger für ein paar Sekunden halten kann… :)

  • orphi sagt:

    Ich wusste gar nicht, dass man Klamotten auch ohne Waschmaschine färben kann. Das ist ein Super-Tipp! Ich möchte nämlich nur ungern Farbe in die Maschine kippen. Als 80er-Jahre-Relikt mag ich natürlich das punkig-weite – wie nennst du das? fluffig? :-) – lieber als ein enges Shirt. Vor allem überm Netzshirt sieht das super aus, wenn es etwas lockerer fällt.

    Und eine Ergänzung zum „Klamotten kaufen“ ohne Szeneladen: In Trachtenshops gibt es manchmal ziemlich schöne Samtsachen – vor allem Westen.

  • Karnstein sagt:

    Ja, fluffig :) Wobei das auch niedlich oder plüschig bedeuten kann. Oder positiv aufgebracht… oder so…
    In der Färbeanleitung steht, dass man im Falle des Färbens im Eimer das fertige Produkt dann einmal in die Waschmaschine packen muss um die Farbe „echt“ zu machen. Aber wenn man ohnehin eine recht schwarze Ladung Wäsche in die Maschine stopft dürfte das absolut gefahrlos sein (bei mir liegt das Shirt momentan noch ungewaschen und ungetragen herum).
    Trachtenshops? An sowas hätte ich jetzt garnicht gedacht… Aber Samt ist da natürlich ein gutes Argument… Hm, mal schauen ob ich mich mal traue in einen solchen reinzugehen :)

  • Smid sagt:

    1. Verdammt, ein Sarg-Kleiderschrank. Das ist DIE Idee.
    2. Ich liebe Darkwing Duck!
    3. fluffig
    4. Danke für die Färbeanleitung, ich habe hier nämlich auch noch ein (Überraschung:) The Cure-Shirt rumliegen, dass ich mich wegen des Gummiaufdrucks nicht getraut habe zu färben. Dabei ist das ein noch ernsterer Fall als bei dem blauen DD-Shirt, es ist nämlich – rosa.

  • Prinzessin sagt:

    Omg! Omg!

    Ich bin die holländische Bedienungsanleitung zu deinem Videorekorder! (Oder so :D)

    Das Shirt ist soooooo toll! Und die so direkt umzufärben habe ich noch gar nicht in Betracht gezogen. Gefärbt habe ich schon mal so, allerdings ist das doch eher Batik in Teilen, was für Mittelalterklamotten nicht so schlimm ist.

    Mit Sicherheitsnadeln finde ich es sehr cool, aber auch ohne schockts ziemlich!

  • Karnstein sagt:

    @Smid: Es gibt rosa Cure-Shirts?! Das ist ja… nein, nicht fluffig… eher tuffig :)
    Wenn du dann den ersten Sarg-Schrank fertig hast nimmst du bestimmt Bestellungen entgegen, oder? 😉
    Schön aber dass ich offenbar manchen die Möglichkeiten des Färbens erst richtig gezeigt habe – freut mich :) Aber falls es bei irgendwem aus irgendeinem Grund doch nicht klappen sollte: Ich übernehme keine Haftung! :)
    @Prinzessin: Du färbst den Stoff für Mittelalterklamotten selbst? Beneidenswert… sollte ich irgendwann vielleicht auch mal versuchen – dan Handgefärbtes ist immer so teuer und chemisch gefärbten Kram kaufen fällt mir immer so schwer mit meiner Reenacter-Ehre in Einklang zu bringen :)
    Und Ja: Darkwing rockt :)

  • Karnstein sagt:

    Boah, ich benutze eindeutig zu viele Smileys…

  • Prinzessin sagt:

    Nun ja… Es war einfacher Bomull von IKEA und dann Simplicol zum Färben 😀
    Einfach aus Mangel an Geld und aus Mangel an Erfahrung. Ich brauchte schnell zwei Sätze Klamotten, die mittelaltertauglich waren und dann wurde in einem großen Eimer, einem Wasserkocher und einem lustigen Nachmittag mit jeder Menge Chaos ein Rock, zwei Gürtel und Tücher 😉

  • Karnstein sagt:

    Achso, na das geht dann ja :)
    Ich dachte schon solche Aktionen mit Zwiebel-Gelb und Läusekadaver-Rot ^^

  • Celina sagt:

    Oh.. ich hatte immer Bedenken Tshirts einzufärben, die noch ein Motiv draufhaben. Zwar ist son Gummidruck oder woraus die bestehen ja nicht unbedingt farbannehmend, aber ich dachte da würden so schwarze Flecken übrigbleiben. Vielleicht probier ich das auch mal :) Natürlich mit ausschnibbeln, sieht nämlich großartig aus!

  • Robert sagt:

    Endlich erhält Darkwing Duck den würdigen Rahmen für seine Existenz. Einfach toll, wie man mit einfachen Mittel, einen Prise Geduld und Verstand (Gummihandschuhe!) etwas tolles zaubern kann. Ich hätte nicht gedacht, dass das mit dem schwarz färben so toll aussehen kann und das Motiv auf der Vorderseite noch im ursprünglichen Zustand verbleibt, das lockt mich, ein paar ungeliebte Kleiderschrank-Hüter, mit der falschen Farbe und dem richtigen Motiv nach deiner Anleitung zu verschönern.

  • TKindchen sagt:

    „schwarz wie meine finstere Gruftiseele werden – so ein Disney-Motiv ist auch eine ernste Sache!“ made my day 😀

  • Karnstein sagt:

    Hehe, freut mich, freut mich :)
    Wobei ich doch erwähnen muss, dass bei Tageslicht betrachtet (das kommt bei mir nicht SO oft vor ^^) das die Farbe doch eher ein sehr dunkles Blau geworden ist als wirklich tief-schwarz. Aber damit kann ich persönlich leben, man sollte sich vielleicht nur vorher dessen bewusst sein… (ich editiere das auch mal lieber in den Text mit rein).

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