Vlad Draculeas gesammelte Scheußlichkeiten

Geschrieben von Karnstein am 25. März 2011 in Fundgrube |

Obervampir Dracula geht zurück auf den historischen Vlad III Drăculea, der wegen seines legendären Blutdurstes auch Țepeș (der Pfähler) genannt wurde. Klar, weiß jeder. Doch wie genau haben seine Abscheulichkeiten denn nun eigentlich ausgesehen?

Nun, sagen wir mal: Zumindest wie seine Mitmenschen ihn wahrnahmen oder darstellten, darüber lässt sich manches sagen. Wie hoch der Wahrheitsgehalt ist, wo man politische Hetzreden dahinter vermuten mag, und wo bereits Grusel-Märchen gesponnen wurden – darüber können wir wohl nur spekulieren.
In meinen Händen halte ich jedenfalls gerade eine Photokopie, den Auszug eines Textes, der ungefähr auf das Jahr 1500 zu datieren ist (das erkennt man an Schrift und Sprache), also nur wenige Jahre nach seinem Tod 1476. Die Forschung scheint den Text schlicht „Dracula“ zu nennen, und darin beschrieben findet man allerlei reichlich bizarre (und daher schon wieder lustige) Schweinereien, die allesamt unserem Vlad zugeschrieben werden, und die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte :)

Geschrieben in spätmittelalterlichem bzw. frühneuzeitlichem Deutsch in einer sehr unleserlichen Schreibschrift ist der Text nur schwer zu entziffern und übersetzen, sodass ich teils ableiten und umschreiben muss, aber ich denke, die jeweilige Botschaft kommt klar genug rüber :)

Als Appetithappen hier daher schonmal der kürzeste Abschnitt meines Auszuges in Abschrift (falls sich jemand an sowas erheitern kann) und natürlich Übersetzung.

Item er hatt laſen ſpißen ain eſel vnnd ain münch barfuoſer orden oben dar vff der waß im begegnett.

Er hat einen Esel aufspießen lassen, und obendrauf einen Mönch des Barfüßer-Ordens der ihm begegnet war.



Auf eine Erklärung warten wir vergebens :)
Aus irgendeinem Grunde hatte er wohl etwas gegen die Barfüßer. Und aus einem noch bizarreren Grunde hat er wohl eigens vor dem Aufspießen noch einen Esel auf den gleichen Pfahl gesteckt. War dann vermutlich besonders demütigend oder so, wobei ich bezweifle dass dies dem Mönch diese Situation irgendwie noch schlimmer gemacht hat.

Und tatsächlich findet sich auf der mir vorliegenden Seite nur eine Stelle, an der er niemanden aufspießen lässt.
Nein, als die Zigeuner in sein Land kommen gibt er sich damit zufrieden drei von ihnen zu braten und sie von ihrer Sippe verspeisen zu lassen. Dann lässt er ihnen die Wahl entweder so mit allen zu verfahren oder dass sie für ihn gegen die Türken ziehen, was sie natürlich tun, doch aufgrund irgendeiner perfiden Schweinerei die ich leider nicht ganz verstehe (und den Abschnitt daher hier nur kurz anreiße) scheuen die Pferde der Zigeuner und der Türken voreinander wodurch allesamt in ein Gewässer geraten und ertrinken – zwei mit einem Streich sozusagen.

Und ja, es geht nur bizarrer und mehr um die Ecke gedacht.
Und ja, es wird heiter weiter gespießt.
Nächstes mal 😉

4 Kommentare

  • Schatten sagt:

    Wöre doch glatt ne eigene Kategorie wert 😀
    Ja, mit dem guten Vlad befass ich mich auch hin und wieder, was auch dazu geführt hat, dass ich mich bei einem Online-Strategiespiel nach ihm bennant habe ;D

  • Karnstein sagt:

    Ist auch so geplant :) Nur leider habe ich eben nur einen Bogen aus diesem wohl etwas längeren Dokument… müsste nochmal recherchieren ^^

  • Matze sagt:

    also , mal ganz ehrlich …..ich hätte damals genauso gehandelt ….den bei der osmanischen übermacht, muss man grausame zeichen als abschreckung setzen ….sonst hätee er nicht den hauch einer chance gegen die osmanen gehabt….und es war ja auch so …das das osmanische heer ….nach bekannt werden und der gesehenen Pfählungen mehr ANGST hatte. Angst ist kein guter begleiter für eine kämpfende truppe, und war ein riesen vorteil für draculea. und das pfählen hat er übrigens in seiner zeit als unterpfand im osmanischen reich gelernt. einige psychologen gehen sogar soweit zu sagen , das er als kind vergewaltigt wurde von dem osmanischen herrscher mehmet dem 2. , der als homosexueller und kinderschänder bekannt war.

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