The Cure – live in Apeldoorn (18.07.1980)

Geschrieben von Karnstein am 15. Oktober 2011 in Allgemein |

Es war einmal im Sommer 1980 (der in den Niederlanden wohl ziemlich kühl ausgefallen ist). The Cure waren noch keine sehr große Band und spielten auf dem (für die Fernsehsendung Popkaravaan aufgezeichneten) Berg en Bos Festival ein kurzes Konzert mit fünf bzw. sieben Liedern vor einem etwas gelangweilt wirkenden Publikum, das etwa den Charme und eines Dorffestes rüberbringt. Lediglich die Handvoll Dorfpunks vor der Bühne scheinen wirklich begeistert.

Eine allzu lebhafte Atmosphäre mit tanzenden Fans wäre aber der gegenwärtigen Stimmung vielleicht auch garnicht so gerecht geworden, hatte doch die vorübergehend wieder auf ein Quartett angewachsene Band gerade mit ihrem zweiten Album “Seventeen Seconds” ihre Gothic-Jahre eingeläutet, die bedrückender und schwermütiger kaum sein könnten (bist zum ersten radikalen Bruch 1983/84 versteht sich).

Das Programm beginnt dann auch mit “In your house” auch angemessen ruhig mit herrlich dominantem Bass und auch das anschließende “M” hält die Stimmung.
Dann wird jedoch ein Jahr zurückgegriffen und mit der Non-Album-Single “Jumping someone else’s train” ein flotteres und leichtherzigeres Stück zum Besten gegeben, das um ein Instrumentalstück namens “Another journey by train” erweitert wird.
Das Tempo wird gehalten bei einer grandios hypnotisierenden Version des Klassikers “A Forest”, deren massiver Einsatz von Flanger-Gitarren noch psychedelischer wirkt als die Album-Aufnahme.
Als Ausklang gibt es dann eine Kurzversion des Album-Openers “A Reflection”, unmittelbar gefolgt vom eigentlichen Opener “Play for today” – und auch diese Version muss sich keineswegs vor der Album-Aufnahme verstecken.

Alles in allem ein geniales 24-minütiges Kurzkonzert und ein toller Zeitzeuge – uns glücklicherweise komplett und ungeschnitten zugänglich in einem YouTube-Video (das auch noch das restliche Programm des Festivals enthält, das mich allerdings so ganz und garnicht vom Hocker hauen kann).

00:30 – In Your House
04:25 – M
07:35 – Jumping Someone Else’s Train / Another Journey by Train
13:20 – A Forest
19:20 – A Reflection / Play for Today

Ein Kommentar

  • tobikult sagt:

    Das ist wunderbar! Wenn Bands noch nicht gemanaged und vermarktet werden, erlauben sie einen Einblick in ihr künstlerisches Schaffen, das später unter Modediktat und Imagepflege kaum mehr zu erkennen ist. Vielen Dank für dieses Fundstück!

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