Gothic Friday – Top of the Goths (Gastbeitrag von Epitaph)

Geschrieben von Karnstein am 19. August 2011 in Allgemein |

An dieser Stelle mal wieder ein Gastbeitrag, diesmal von Epitaph.
Natürlich habe ich keine inhaltlichen Änderungen sondern nur leichte Eingriffe (in Layout und Orthographie 😉 ) vorgenommen.

Nach 3-monatiger Pause melde ich mich hiermit zurück. Da ich bei der ersten „Top of the Goth“-Runde nicht mit dabei war, fasse ich die beiden Ausarbeitungen hier einfach zusammen. Alle Aufzählungen folgen keiner bestimmen Reihenfolge. Viel Spaß!

 

Top 5 genialer Coverversionen

 1. Paint it Black

Das Original von der Rolling Stones hat wohl jeder schon mal gehört. Es ist ja auch sowas wie einer der ältesten Gruftie-Songs überhaupt 😉

Und hier die Coverversion der Helden von Mephisto Walz, die vor death-rockigen Gitarrenwänden nur so poltern. Auch die weibliche Stimme verleiht dieser Version ihren eigenen Reiz. Besonders live ist dieser Song absolut zu empfehlen.

2. Fall apart

Das Original von der Neofolk-Legende Death in June zeigt schon wie man mit minimalen Mitteln eine extrem dichte Atmosphäre schaffen kann. Ich kenne kein anderes Lied das nur mit Gitarre und Stimme so etwas geschafft hat. Der leichte Halleffekt macht das Lied perfekt.

Und hier die Coverversion der australischen Wave-Band Ikon. Aus der melancholischen Ballade wird hier ein tanzbarer Wave-Song gezaubert. Dass Ikon neben Death in June vorallem Bands wie The Cure und Joy Division als Inspiration angibt, hört man auch hier deutlich heraus.

 3. Walked in Line

Die Joy-Division-Vorgänger-Band Warsaw veröffentlichte dieses Lied bereits in den 1970ern und thematisiert gleichgeschaltete Militärdiktaturen. Hier wohl hauptsächlich die NS- Vergangenheit Europas. Joy Division hatten ihrer Zeit ohnehin eine Vorliebe für diese Ästhetik, doch musikalisch ist dies einer der wenigen Verweise auf diesen Umstand.

Und hier die – zugegebenermaßen umstrittene – Version von Blood Axis. Die Band die normalerweise hauptsächlich auf die „Standard-Neofolk-Instrumente“ stetzt, klingt hier erstaunlich rockig. Begonnen mit einem Sample aus der dunklen Zeit Deutschlands wird hier noch weiter provoziert indem man das „They walked in line“ in jeder zweiten Zeile mit einen „We walked in line“ ersetzt wird. Doch bevor hier etwas falsch verstanden wird: Michael Monyhan, der Kopf hinter Blood Axis (welcher sich selbst als Anarchist bezeichnet), wollte damit nicht zeigen, dass er den rechtsextremen Flügel nahe steht, sondern vielmehr, ist das „we“ auf die Menschheit im allgemeinen bezogen. Wenn man sich den Text genau durchliest, kann man auch sehen, dass dieser nach wie vor sehr kritisch gehalten ist.

4. Don’t kill the Animals

Das Original aus den 80ern von Nina Hagen und Lene Lovich besticht vorallem durch seinen eindringlichen, aber trotzdem nicht zu Pop-lastigen Melodie und natürlich durch den Text, welcher die Grausamkeiten der Menschen gegenüber der Tiere aufzeigt.

Dieses Meisterwerk wurde von Nebelhexe (Andrea Haugen/Hagalaz Runedance) und Jarboe (ex-The Swans) gecovert. Mir persönlich gefällt das Cover besser, da ich die Stimmen der beiden Damen lieber habe. Der Erlös davon ging an die Tierrechtsorganisation PETA.

 5. Running up that Hill

Das Lied ist wohl jedem bekannt ob durch die ursprüngliche Version von Kate Bush oder einer der vielen Adaptionen u. a. von Placebo oder Within Temptation.

Die beste Version davon ist meiner Meinung nach, aber nach wie vor von meinen Lieblingen Faith and the Muse. Nicht nur die unverwechselbare, traumhafte Stimme von Monica Richards, sondern auch das Gitarrenspiel von William Faith verleihen diesem Stück einen ganz besonderen Charme.

 

Top 5 Bücher

 1. Der seltsame Fall des Dr. Jeckyll and Mr. Hyde

Robert Louis Stevenson veröffentlichte 1886 das Buch „Strange Case of Dr Jeckyll and Mr Hyde“.
Kurz vor meiner Fachabiturprüfung habe ich mir in den Kopf gesetzt, mal wieder etwas zu lesen. Dieses Buch kannte ich vom Namen her schon länger, doch wollte ich keine seltsame Monstergeschichte lesen. Als ich doch damit anfing, konnte ich nicht anders, als es innerhalb von 2 Tagen zu lesen (für mich ein Rekord). Die düstere altertümliche Stadt, die sich in meinem Kopf bildete und den bösartigen Mr Hyde war einfach schön. Der gutmütige Hauptcharakter und der verzweifelte Dr Jeckyll taten ihr übriges. Dieses Buch ist nicht umsonst ein Klassiker!

2. Dracula

„Ein wenig klischeehaft,“ dachte ich mir, als ich das Buch in meinen Händen hielt, „außerdem schon so ausgelutscht und die Geschichte selber ist ja auch nicht so toll“. Doch weit gefehlt. Die Genialität dieses Buches kann man nicht begreifen, wenn man nur Hollywood-Draculas oder den Zahlengrafen aus der Sesamstraße kennt. Diese tragische Liebesgeschichte eingebettet in ein Horrorszenario der leichten unterschwelligen Erotik. Auch die Briefform in der das Buch geschrieben ist sprachen mich an (bis auf den „Sandmann“ und die  „Leiden des jungen Werther“ kenne ich auch kein anderes Buch in diesem Stil).

 3. Nachtwachen des Bonaventura

Irgendwann mit 16 Jahren begann ich mich allmählich für schwarze Romantik etc. zu interessieren. Dieses Buch wurde sehr oft angepriesen, eines der frühesten und gleichzeitig besten Werke dieser Richtung zu sein. Für 3 Euro bestellte ich es mir auch gleich. Es war quasi mein Einstieg in die Welt des Romantischen und gleichzeitig des Düsteren (im literarischen Bereich zumindest 😉 ). Ein Nachtwächter erzählt von seinen nächtlichen Wanderungen durch die Stadt. Hier sieht er den Tod eines geliebten Vaters, sinniert über einen erfolglosen Poeten und ruft selbst eines Nachts die Apocalypse aus. An diese Intensität kam für mich selten ein anderes Buch heran. Nicht einmal Poe oder Lovecraft haben es geschafft, mich so zu begeistern.

 4. 1984

Georg Orwells Klassiker, in dem Winston in einem kontrollierten Überwachungsstaat lebt und uns zeigt, wie die Welt nie werden sollte. In dieser dystopischen Zukunftswelt trifft Winston auf die Mechanismen des Systems, einer Widerstandsgruppe, einer Affäre und letztendlich in einer „Heilanstalt“ für die Menschen, welche an der Krankheit „Freigeist“ leiden. Leider wieder aktueller denn je, wenn man sich so auf der politischen Bühne umsieht, könnte man denken, manch einer nutzt dieses Buch als Anleitung…

 5. Der Waldgang

Ernst Jüngers Freiheitsbuch vereint auf sehr eindrucksvolle Weise die Welten des Liberalismus mit der der Natur. Hierbei zeigt er auf, dass der Mensch sich nie einer anti-freiheitlichen Regierung beugen dürfe. Der Wald dient hier als Ort der Einkehr und des Widerstands. Doch ist nicht viel gewonnen, wenn man bei Wahlen in Diktaturen einfach nur dagegen wählt. Vielmehr bringt es ein einfaches „nein“ oder ein „w“ für Waldgänger oder Widerstand als Zeichen zu nutzen und es anderen Menschen mitzuteilen.

Gerade auf eintönigen Unterlagen leuchten Symbole besonders auf

Der Waldgänger bleibt meist unerkannt und schlägt nur zu, wenn er die Freiheit in Gefahr sieht.

4 Kommentare

  • Epitaph89 sagt:

    Erstmal danke fürs veröffentlichten. Ich sehe nur gerade, dass ich das nächste mal nochmal alles durchlesen sollte um Grammatikfehler zu vermindern;)

  • Karnstein sagt:

    Sehr gern geschehen, besonders auch die Coverversionen sind ja voll und ganz mein Geschmack.
    Die ein oder zwei kleinen Grammatikfehler sind mir aufgefallen, aber ich wollte nur ungern wirklich aktiv in den Text eingreifen. Aber wenn es dich wurmt kann ich’s natürlich auch noch ausbügeln 😉

  • shan_dark sagt:

    „Die Nachtwachen des Bonaventura“ habe ich gleich mal auf meine Amazon-Wunschliste gesetzt. Und auch bei dem Kate-Bush-Cover von FATM stimme ich Dir zu: es ist ganz wunderbar. Bis jetzt hab ich nur schlimme Cover davon gehört, aber dieses ist wirklich klasse!
    Danke für beides!

Schreibe einen Kommentar

Copyright © 2017 Otranto-Archive Rechte vorbehalten.
Desk Mess Mirrored v1.4.1 Theme von BuyNowShop.com.

QR Code Business Card